Pädagogik

„Pädagogik“ ist ein Fach des gesellschaftlichen Aufgabenfeldes für die gymnasiale Oberstufe (EF,Q1 und Q2). Regelmäßig wird es an unserer Schule als Grund- und Leistungskurs angeboten und kann somit in allen Formen als Abiturprüfung abge­legt werden.

„Allgemeinbildung“ in Pädagogik?!

Wesentliche Aufgabe des Pädagogikunterrichts ist das Nachdenken über Erziehungsprozesse, wobei das Fach eine Besonderheit bietet, die sich nicht oft ergibt: Es steht zwischen Theorie und Praxis; in letz­tere sind die Schülerinnen und Schüler selbst noch involviert. Das macht das Fach besonders attraktiv: Die Schülerinnen und Schüler werden mit Erzie­hungswirklichkeit konfrontiert, lernen diese nach wis­senschaftlichen Maßstäben zu beurteilen und werden auf diese Art pädagogisch handlungsfähig. Die The­men des Faches sind somit sehr nah an der Lebens­wirklichkeit der Schülerinnen und Schüler, ohne eine wissenschaftliche Fundierung zu vernachlässigen.

Notwendigkeit von Erziehung? Wie entwickelt sich kindliches Denken? Einfluss der “Neuen Medien” auf die Identitätsentwicklung? Welche Erziehungsstile gibt es? Wie hängen Lernen, Erziehung und Entwick­lung zusammen? Welche pädagogischen Berufe gibt es? Welche Probleme in der Entwicklung und welche Hilfen gibt es? – Diese und zahlreiche weitere Fragen werden innerhalb des Pädagogikunterrichts vor dem Hintergrund verschiedener Theorieansätze beleuch­tet und kritisch diskutiert. Dadurch besteht die Mög­lichkeit, sich bereits auf ein breites erzieherisches Berufsfeld einzustellen sowie ansatzweise vorzube­reiten (wie z.B. Kinder- und Jugendhilfe, Lehramt, Medienpädagogik, Erlebnispädagogik usw.).

Bezugswissenschaften: Psychologie, Soziologie, Geschichte, Politik …

Um die verschiedenen pädagogischen Fragen ange­messen bearbeiten zu können, bedient sich die Päd­agogik oftmals bei anderen interessanten Wissen­schaften und ihren speziellen Theorien. Ganz wichtig ist die Psychologie: Lern­psychologie, Entwicklungspsycholog­ie (Freud, Erikson, Piaget) Die Soziolo­gie ist bedeutsam bei Fragen wie: Was ist Sozialisation? Wie lernen Kinder den Umgang mit verschiedenen „Rol­len“? Welche Bedeutung haben hierfür Erziehungsin­stitutionen wie Kindergarten und Schule? Darüber hinaus werden auch Aspekte der Geschichte thema­tisiert, z.B. Erziehung im Nationalsozialismus, Schul­entwicklung von 1945 bis 1989, Entwicklung und Ver­änderung von Erziehungsvorstellungen und Erzie­hungsstilen usw. Zusätzlich werden bei vielen The­men auch politische Fragen erörtert, u.a. die Frage nach der Schulpflicht, den Einfluss der Politik auf die Pädagogik (PISA-Studie, Erziehung im Nationalso­zialismus usw.). Diese Bezugswissenschaften wer­den immer eingebettet in erzieherische/ pädagogi­sche Fragestellungen.

Falsche Erwartungen an das Fach Pädagogik:

  • Pädagogik ist kein „Laberfach“! – Wer dies immer noch denkt, der sollte einmal versuchen den symboli­schen Interaktionismus nach Mead bzw. Krappmann darzustellen, diesen auf die Bedeutung für erzieheri­sches Verhalten zu untersuchen und kritische Fragen an diesen theoretischen Ansatz stellen
  • Nicht der leichteste Weg zum Abitur! – Allein die verschiedenen Theorien, die behandelt werden und miteinander verknüpft sind (ungefähr 15 in Q1 und Q2), macht ein einfaches Auswendiglernen recht schwierig.
  • Pädagogikunterricht ist auch keine Selbsthilfe­gruppe, in der mögliche Probleme gemeinsam thera­piert werden.
  • Pädagogik ist nur etwas für Mädchen –. Auch die männliche Perspektive auf die oben genannten Fel­der ist bedeutsam, und dies nicht allein aufgrund der Tatsache, dass die Jungen die zukünftigen Väter sind (man denke allein an die Berufe, in denen zuneh­mend mehr soziale Fähigkeiten und Menschenkennt­nis gefragt sind).
  • Es wird nicht nur über kleine Kinder gesprochen –Klärung verschiedenster Aspekte der Erziehung, Entwicklung, Bildung, Sozialisation, Enkulturation, Anthropologie usw. auf wissenschaftlicher Basis (z.B. jugendliche Entwicklung und Delinquenz, das Schul­system der BRD von 1949-1989).

Gute Gründe für die Wahl des Faches Pädagogik

hoher Lebensweltbezug

Vorbereitung auf ein Studium (Wissenschaftsori­entierung; Abitur) oder einen sozialpädagogischen Beruf

Erwerb vielfältiger Kenntnisse für das tägliche Le­ben und das menschliche Miteinander

Verstehen und Reflektieren eigener sowie fremder Entwicklung und Verhaltensweisen

Beitrag zur Bildung und Identitätsfindung → Auto­nomie

Weitere Anregungen bzgl. Der Bedeutung des Fa­ches: Warum Pädagogikunterricht wichtig ist!

Sinnvoll ist es auch, mit älteren Schülerinnen und Schülern, die das Fach belegt haben, zu sprechen und sie nach ihren Erfahrungen zu fragen.

Weitere Fragen?

Wenn es noch Informationsbedarf geben sollte, wei­tere Fragen oder Anregungen bestehen, dann hat die Fachschaft Pädagogik stets ein offenes Ohr dafür.

Wir, die Fachschaft Pädagogik, freuen uns, wenn viele Schüler und Schülerinnen sich weiterhin für das Fach Pädagogik entscheiden!