Latein

Latein ist tot, es lebe Latein!
Titel eines Buches von Wilfried Stroh, Professor für Altphilologie

Latein lernen? Eine gute Entscheidung!

Vestatempel im Forum Romanum
Foto: Katharina Wieland Müller / pixelio.de

Latein ist eine Sprache, die allen Veränderungen zum Trotz die Zeiten überlebt hat. Latein wird heute nicht mehr so gesprochen, wie das zu den Zeiten Ciceros und Cäsars der Fall war, aber in den romanischen Sprachen (portugiesisch, spanisch, französisch, italienisch, rumänisch) lebt Latein, wenn auch in angepasster Form, bis heute fort. Auch die englische und deutsche Sprache sind voll von Begriffen aus dem Lateinischen. Führt man sich diese Zusammenhänge vor Augen, wird deutlich, dass Latein tatsächlich die Ur-Sprache Europas ist. Die Geschichten und Sagen der antiken Götterwelt, die philosophischen Überlegungen der Antike, die Auswirkungen auf Kunst, Wissenschaft und Politik zeigen, dass die Kenntnis der lateinischen Sprache auch in unserer heutigen Zeit erheblich zum Verständnis heutiger Zusammenhänge und zur Vergrößerung des Allgemeinwissens beitragen kann.

Latein in der Schule

Der Lateinunterricht in der Schule hat viele Vorteile:

  • Die Unterrichtssprache im Lateinunterricht ist deutsch und der Schwerpunkt liegt auf dem Übersetzen aus dem Lateinischen ins Deutsche. Die Aussprache der lateinischen Texte orientiert sich am Schriftbild und ist auch für Kinder, die Ausspracheprobleme haben, schnell und leicht zu erlernen.
  • Latein hilft beim Erlernen anderer Fremdsprachen – und umgekehrt. Durch die vielfältigen Beziehungen der lateinischen Sprache zu modernen Fremdsprachen ergeben sich viele Synergieeffekte beim Vokabellernen. Gerade der Vergleich mit der englischen Sprache erleichtert oft das Verständnis.
  • Latein schult das genaue Hinsehen
    Foto: RainerSturm / pixelio.de

    Latein verbessert das Leseverständnis. Wer Latein lernt, muss lernen, genau hinzusehen, es kommt mitunter auf einzelne Buchstaben an. Dieses Hinschauen trainiert die Sorgfältigkeit, Genauigkeit und Konzentration, was sich auch in anderen Fächern bezahlt machen kann.

  • Latein schult das Sprachverständnis. Grammatik zu lernen ist mühsam, erklärt aber in vielen Fällen, wie Sprachen aufgebaut sind und funktionieren. Dies wiederum fördert auch das Verständnis der deutschen Grammatik.
  • Latein schult grundlegende Arbeitstechniken. Vokabeln und Grammatik müssen gelernt und beherrscht werden. Das ist oft anstrengend, fördert aber das Durchhaltevermögen und die Beharrlichkeit. Und wenn man dann beim Übersetzen sehr genau hinschaut, Strukturen analysiert, kritisch überprüft und gegebenenfalls kreative Lösungen sucht, dann sind auch dies grundlegende Arbeitstechniken,  nicht nur für die Schule.

Informationen zum Lateinunterricht am RBG

Latein wird am RBG ab der Jahrgangstufe 6 als zweite Fremdsprache unterrichtet und in der Oberstufe bis zum Ende der Einführungsphase angeboten.

Am Ende der Einführungsphase  wird das Latinum erlangt, wenn das Fach mindestens mit der Note „ausreichend“ abgeschlossen wird.

In den Jahrgangstufen 6 und 7 ist Latein mit 4 Unterrichtsstunden wöchentlich vorgesehen, ab der Jahrgangsstufe 8 bis zur Einführungsphase sind es 3 Unterrichtsstunden.

In der sogenannten Lehrbuchphase (Jahrgangsstufe 6-8) arbeiten die Schülerinnen und Schüler überwiegend mit dem Lehrbuch (zurzeit Prima nova). Die Themenbereiche sind vielfältig, sie erstrecken sich von Schwerpunkten wie Alltagsleben in Rom über historische Themen bis hin zu mythologischen Themen. Dadurch ergeben sich immer wieder spannende Verbindungen zwischen der Antike und der Gegenwart.

In der Jahrgangsstufe 9 schließt sich die sogenannte Phase der Übergangslektüre an. Hier werden leichte oder vereinfachte Originaltexte gelesen, die die Schülerinnen und Schüler auf die Einführungsphase vorbereiten sollen.

In der Einführungsphase ist die Lektüre von schwierigeren Originaltexten vorgeschrieben. Dabei ist ein Halbjahr für poetische Texte und ein Halbjahr für Prosatexte vorgesehen.