Was ist die Aktion Weihnachtsgruß?

Menschen, die unsere Hilfe brauchen – die Aktion Weihnachtsgruß gibt ein wunderschönes Beispiel dafür wie diese Hilfe, in diesem Fall ganz konkret für das DAHW-Projekt „Makundeni“ in Tansania, aussehen kann.
Jürgen Belker-van den Heuvel, Leiter DAHW-Büro Münster

Die Aktion Weihnachtsgruß – Teil des Religionsunterrichts

Das neue Logo der Aktion Weihnachtsgruß

Die Aktion Weihnachtsgruß ist ein fester Bestandteil des Religions­unterrichts in den Jahrgangsstufen 5 und 6. Am Verkauf der Artikel und dem damit verbundene Wettbewerb haben die Schülerinnen und Schüler viel Spaß.

Im Unterricht steht oft in dieser Zeit die Beschäftigung mit einem passenden Thema im Vordergrund, zum Beispiel

  • die Frage nach dem „fernen Nächsten“
  • gelebte Nächstenliebe durch praktische Hilfe
  • Gerechtigkeit auf der Welt, fairer Handel
  • Weihnachten
  • Rückmeldungen aus Tansania zeigen den Erfolg der Arbeit

Eigene Weihnachtskarten vom  RBG

karten2016

Karten der Edition 2016 (2 von 6 Motiven)

Die Aktion Weihnachtsgruß begann ursprünglich mit dem Verkauf von Weihnachtspostkarten – daher ihr Name. Lange Zeit hatte die DAHW Weihnachtskarten in ihrem Verkaufsprogramm, diese Postkarten wurden auch immer gut während unserer Aktion Weihnachtsgruß verkauft. Seit einigen Jahren gibt es diese Weihnachtskarten allerdings nicht mehr als „offizielle“ Karten der DAHW.

Von daher haben wir uns in Kooperation mit der DAHW entschlos­sen, eigene Weihnachtspostkarten herzustellen. Die weihnachtlichen Motive wurden von den Schülerinnen und Schülern erstellt, so dass seit 2014 eigene RBG-Weihnachtspostkarten produziert und verkauft werden können.

Mittlerweile ist mit diesem Jahr bereits die zweite Edition der Weihnachtskarten erschienen, wieder mit Motiven, die von Schülern erstellt wurden.

Durch diese eigenen Weihnachtspostkarten können wir eine Menge erreichen:

  • die Schülerinnen und Schüler werden intensiver an der Aktion Weihnachtsgruß beteiligt
  • die Idee unserer Aktion Weihnachtsgruß wird über die Postkarten weit verbreitet
  • der Erlös für die wichtige Arbeit der DAHW fällt deutlich höher aus, als dies bei eingekauften Artikeln der Fall wäre

Blick in die Geschichte

„Menschen, die unsere Hilfe brauchen“ – unter diesem Thema begann im Herbst 1978 eine 6. Klasse des ehemaligen Gymnasiums Aspe mit ihrem Religionslehrer Ulrich Weber damit, Artikel zu Gunsten der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe zu verkaufen. Im nächsten Jahr waren es schon einige Klassen mehr und zweitweilig war das gesamte Schulzentrum Aspe in die Aktion involviert. Heute sind es die Schüler der 5. und 6. Klassen des Rudolph-Brandes-Gymnasiums, die sich in dem Verkauf engagieren.

40. Aktion Weihnachtsgruß

Leonie Rief und Anna Görder im Gespräch mit Ulrich Weber

Im November 2017 konnten wir den Startschuss für die 40. Aktion Weihnachtsgruß geben. Der Initiator Ulrich Weber war zu Gast und berichtete in einem von Schülern geführten Interview über die Anfänge der Aktion. Außerdem stellte Franz Tönnes von der DAHW die wichtige Arbeit der Lepra- und Tuberkulosehilfe vor.

Die Aktion Weihnachtsgruß war und ist eng mit dem Religionsunterricht verbunden. Das Engagement für den Nächsten in der Ferne, für Bedürf­tige und Kranke gehört zu seinen elementaren Themen, ebenso wie die Frage nach der Überwindung von Ungerechtigkeit in der Welt. So wer­den globales Denken und lokales Handeln miteinander verknüpft und zu einer lebendigen Erfahrung des Unterrichts.

Im Rahmen der Aktion Weihnachtsgruß verkaufen Schüler der Jahrgänge 5 und 6 seit vielen Jahren verschiedene Produkte. Waren es zu Beginn Postkarten und Kerzen, kamen im Laufe der Zeit Geschenkartikel aus den Projekten der DAHW hinzu.

Seit dem Jahr 2014 verkaufen wir von uns selbst produzierte Weihnachtspostkarten, mittlerweile in der zweiten Edition.

Der Gewinn aus dem Verkauf unserer Aktion Weih­nachts­gruß kommt direkt dem von uns betreuten Projekt in Makundeni zu Gute – eine Spende, die ankommt, wie uns jedes Jahr in einem Brief aus Tansania versichert wird.

Unser Projekt: Makundeni – ein Dorf für Lepra-Opfer in Tansania

Kinder in Makundeni

Kinder in Makundeni

Seit 2004 unterstützt das Gymnasium Aspe und in der Folge seit 2010 das RBG ein konkretes Projekt der DAHW, das Dorf Makundeni auf der Insel Pemba vor Tansania. Ursprünglich war das Dorf in den 1930er Jahre als „Leprosarium” der britischen Kolonialverwaltung erbaut worden, in das die Leprakranken der Insel umgesiedelt wurden. Heute betreut die DAHW die Arbeit mit den Dorfbewohnern, viele von ihnen sind Nachkommen der ursprünglich Umgesiedelten.
Die Spenden der Aktion kommen den Menschen in diesem Dorf zu Gute. In den letzten Jahren konnten feste Häuser gebaut und die hygienischen Verhältnisse verbessert werden. Ein aktuelles Projekt ist der Aufbau und Betrieb eines Kindergartens, in dem Kinder aus vier Dörfern betreut werden. So wird der Erlös derzeit auch für die Fortbildung der Erzieherinnen verwendet.
Auch heute noch werden viele Menschen, die an Lepra erkrankt sind oder waren, aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Wegen ihrer Behinderungen sind sie oft nicht in der Lage, sich selbst zu helfen. Deshalb ist es uns besonders wichtig, dass in dem Kindergarten in Makundeni sowohl Kinder von Ex-Leprakranken und andere Kinder gemischt sind – nur so kann die Ausgrenzung überwunden und Hoffnung für Menschen in Not gestiftet werden.