Wie viel von einer Person muss sichtbar sein, damit ein Porträt als solches wahrgenommen wird? Und was passiert, wenn einzelne Gesichtsbereiche „verschwinden“? Mit dieser Frage hat sich der EF-Kunstkurs von Axel Möws am Rudolph-Brandes-Gymnasium beschäftigt. Entstanden sind malerische Porträts, in denen einzelne Gesichtspartien bewusst verpixelt wurden. Die Schülerinnen und Schüler setzten sich mit Mitteln der Abstraktion auseinander, erzeugten gezielt Bildwirkungen und arbeiteten im Spannungsfeld zwischen Identität und Anonymität.
Die Ergebnisse sind ebenso vielfältig wie qualitativ hochwertig. Jedes Bild setzt das Thema auf eigene Weise um und lädt zum genauen Hinsehen ein. Besonders eindrucksvoll ist, dass die Pixel weit mehr sind als ein technischer Effekt: Sie verändern die Bildwirkung grundlegend und öffnen neue Deutungsräume. „Achtet besonders auf die Bildwirkung: Wie wirken die Pixel auf euch? Warum wurde genau diese Stelle verpixelt?“, heißt es im Ausstellungstext des Kurses.
Zur Vernissage kamen zahlreiche Besucherinnen und Besucher. Die gut besuchte Eröffnung brachte Menschen miteinander ins Gespräch. Die jungen Künstlerinnen und Künstler tauschten sich mit dem Publikum aus, erläuterten ihre Ideen, Entscheidungen und Bildprozesse. Auch organisatorisch übernahm der Kurs Verantwortung: Ein Ausstellungstext wurde verfasst, ein Werbeplakat gestaltet und die Hängung der Arbeiten intensiv diskutiert.
Nach der Vernissage sind die Werke noch für weitere zwei Wochen von außen vor dem Haupteingang des RBG zu sehen. Die Ausstellung lädt dazu ein, darüber nachzudenken, wie Identität im Bild entsteht und was geschieht, wenn sie sich teilweise entzieht.



