City and Soul – RBG-Schülerinnen und -Schüler entwerfen in der Lombardei die Stadt von morgen

„Kennst du das Land, wo die Zitronen blühen?“ – Mit diesen Worten Johann Wolfgang von Goethes richtete sich der bekannte Mailänder Architekt Carlo Moretti im Rahmen einer Konferenz zum Städtebau der Zukunft an die Schülerinnen und Schüler des Rudolph-Brandes-Gymnasiums (RBG). Am Beispiel der italienischen Region Lombardei und der Agglomeration rund um Mailand stellte Moretti ihnen seinen futuristischen Entwurf zukünftiger Städte vor und diskutierte mit den Teilnehmenden des Erasmus-Projekts „City and Soul“ über die Möglichkeiten von ökonomischem Wohnraum und verbesserter Infrastruktur zwischen Kommunen.

Nach dieser Auftaktveranstaltung arbeiteten die Schülerinnen und Schüler individuell an selbst entwickelten Projekten zum Thema Stadtgrün und damit verbundener Lebensqualität. Außerdem erschufen sie in kreativer Gruppenarbeit mit den Gastgebern des Istituto Gadda Rosselli in Gallarate – in Anlehnung an Gedichte von Italo Calvino und Emily
Dickinson – Phantasiestädte. Die Ergebnisse wurden sowohl einigen Klassen der italienischen Gastschule als auch den Italienischschülerinnen und -schülern der neunten Klassen des Rudolph-Brandes-Gymnasiums präsentiert.

Da der Austausch im Rahmen eines Langzeitprojekts von Erasmus+ stattfand, war die Projektsprache Englisch, auch wenn viele der Mitreisenden Italienisch lernen und durch die Reise ihre Sprachkenntnisse verbessern konnten. Sieben Schülerinnen und Schüler arbeiteten zudem an Projekten, um das CertiLingua-Exzellenzlabel zu erwerben. So erstellte Marie aus der EF beispielsweise im Rahmen von Erasmus+ eine Präsentation über den Mailänder Bosco Verticale, den „vertikalen Wald“, ein Projekt, bei dem unscheinbare graue Hochhäuser in komplett begrünte Türme verwandelt wurden, während Alisa aus der EF sich im Rahmen von CertiLingua mit der Bedeutung von Kunst im alltäglichen Leben und den Unterschieden beschäftigte, die es diesbezüglich zwischen Deutschen und Italienern gibt. Die Ergebnisse vieler Projekte sind über die Homepage des Rudolph-Brandes-Gymnasiums einsehbar.

Ein weiterer Programmpunkt war der Besuch der Triennale in Mailand, wo die Schülerinnen und Schüler eine Ausstellung zum Thema „Inequality“ besuchten. Hier wurde anschaulich vor Augen geführt, wie Städte Ungleichheiten zwischen ihren Bewohnerinnen und Bewohnern verstärken können und welche lebensbedrohlichen Ausmaße dies für wirtschaftlich schwächere Menschen annehmen kann.

Die meisten der 20 Schülerinnen und Schüler des Rudolph-Brandes-Gymnasiums lebten während der Woche in Gastfamilien, während fünf von ihnen gemeinsam mit den begleitenden Lehrerinnen Tina Brockmann und Astrid Manuela Pagano in einem Hotel untergebracht waren. Neben der Projektarbeit unternahmen die Schülerinnen und Schüler mit ihren Gastfamilien oder den Lehrerinnen Tagesausflüge in die umliegenden Städte wie Como oder Varese, probierten sich durch eine Vielzahl von cornetti (italienische Frühstückshörnchen), besichtigten Mailand und nutzten die Vorweihnachtszeit, um erste Weihnachtsgeschenke zu shoppen.

Insgesamt war die Italienreise „eine tolle Gelegenheit, über sich selbst hinauszuwachsen, selbstbewusster, selbstständiger und offener gegenüber anderen Menschen und Kulturen zu werden und Freundschaften aufzubauen, die auch über Grenzen hinausgehen“ (Milla, Klasse 10).

Als international ausgerichtete Schule lebt das Rudolph-Brandes-Gymnasium den europäischen Gedanken und ermöglicht seinen Schülerinnen und Schülern regelmäßig interkulturelle Begegnungen und gemeinsames Lernen über Ländergrenzen hinweg.