Jugend forscht 2026: Mit der Informatik in die Landesrunde
Am Samstag, den 14. Februar 2026, fand die Regionalrunde des Wettbewerbs „Jugend forscht“ zum zweiten Mal in der Wissenswerkstatt Bielefeld statt. Die Schülerinnen und Schüler des Rudolph-Brandes-Gymnasiums waren in diesem Jahr mit sechs Projekten aus den Bereichen „Mathematik/Informatik“, „Chemie“ sowie „Biologie“ vertreten und konnten herausragende Erfolge erzielen und sich zum Teil für die Landesrunde in Essen qualifizieren.

Benjamin (l.) und Tunahan vor Benjamins Stand
Tunahan Kazel (9a) nahm den zwei Projekten „Max das Auto: der spielerische Einstieg in die Welt der textbasierten Programmierung“ sowie „Der Online-Lateintrainer: Spielerisches Lernen im digitalen Zeitalter“ im Bereich „Mathematik/Informatik“ von Jugend forscht Junior teil und konnte dabei den zweiten und ersten Platz belegen. Mit seinem Latein-Projekt hat er sich für die Landesrunde in Essen qualifiziert.
Benjamin Becker (9e) nahm mit dem Projekt „DailyQuest – Gamify your Life“ im Bereich „Mathematik/Informatik“ von Jugend forscht teil und belegte dort ebenfalls den ersten Platz, wodurch auch er sich einen Platz in der Landesrunde sicherte.
Kara Mia Ullrich (EF) wertete die Ergebnisse des Stratoflight-Projekts von unserem Schulfest aus und präsentierte ihre Ergebnisse zur Untersuchung der Überlebensfähigkeit von Mikroorganismen in der Stratosphäre. Im Bereich „Biologie“ erzielte sie den dritten Platz.
Pia-Luisa Strachau (Q1) verknüpfte ihr künstlerisches Hobby mit Jugend forscht und entwickelte die Frage, wie man möglichst viele Farben aus natürlichen Materialien gewinnen kann. Im Bereich Chemie erreichte sie dabei nicht nur den zweiten Platz, sondern erhielt auch noch den Sonderpreis „Ressourceneffizienz und Zirkularität“, was ihr zusammen ein Preisgeld von 135 € einbrachte.
Frija Albers und Melina Oberhoff (beide Q1) vertieften einen Unterrichtsgegenstand aus dem Mathematik-LK, einem Rotationskörper mit endlichem Volumen aber unendlicher Oberfläche, und erhielten als Sonderpreis ein Jahresabonnement der Zeitschrift „ct – Magazin für Computertechnik“.
Als zusätzliches Highlight wurde zudem Benjamin Kill für sein langjähriges Engagement als Projektbetreuer erneut mit einem Sonderpreis ausgezeichnet.
Spannende Forschungsprojekte in verschiedenen Fachbereichen

Die Informatiker von Tunahans Ständen
Tunahan nahm in diesem Jahr mit zwei Projekten am Wettbewerb Jugend forscht teil. Genauso wie Benjamin hatte er unterschiedliche Apps entwickelt, die auf jeweils eigene Weise einen Bildungs- und Alltagsbezug herstellten. Tunahans Anwendung richtet sich gezielt an Schülerinnen und Schüler und verfolgt das Ziel, Unterrichtsinhalte verständlicher, anschaulicher und interaktiver zu vermitteln. Durch digitale Visualisierungen und spielerische Elemente sollen Lernbarrieren abgebaut und die Motivation gesteigert werden. Benjamin hingegen hat eine App konzipiert, die sich nicht nur an den schulischen Kontext richtet, sondern auch Personen außerhalb der Schule zu einer spielerischen Auseinandersetzung mit dem Thema Fitness anregen soll. Sein Projekt verbindet Bewegung, Wissensvermittlung und digitale Technik und zeigt, wie moderne Medien gesundheitsbezogene Themen niedrigschwellig zugänglich machen können.
Kara griff ein bereits bestehendes schulisches Projekt auf und entwickelte es wissenschaftlich weiter. Der Wetterballon, den wir im Juni des vergangenen Jahres im Rahmen unseres Schulfestes bis in die Stratosphäre geschickt hatten, diente ihr als Grundlage für ein eigenes Experiment. Sie nutzte die Gelegenheit, Bakterienkulturen in diese extreme Umgebung zu transportieren und anschließend zu untersuchen, wie widerstandsfähig verschiedene Bakterienarten gegenüber den dort herrschenden Bedingungen waren. Die Stratosphäre stellte mit ihrer niedrigen Temperatur, der starken Strahlung und dem geringen Luftdruck eine außergewöhnliche Belastung dar. Karas Auswertung lieferte spannende Einblicke in die Anpassungsfähigkeit von Mikroorganismen und verband Biologie, Physik und experimentelles Arbeiten auf beeindruckende Weise.

Preisverleihung „Mathematik/Informatik“
Pia-Luisa beschäftigte sich intensiv mit Kunst und verknüpfte ihre kreative Leidenschaft mit naturwissenschaftlicher Forschung. Sie stellte sich die Frage, wie sich aus natürlichen Alltagsstoffen eigene Farbpigmente herstellen lassen. Im Zentrum ihrer Arbeit stand die Farbstoffchemie, insbesondere die Untersuchung, wie sich über Veränderungen des pH-Wertes unterschiedliche Farbtöne erzeugen ließen. Dabei experimentierte sie mit verschiedensten Materialien und Verfahren. Nicht alle Versuche führten sofort zum gewünschten Ergebnis – gerade diese Rückschläge wurden jedoch zu einem wichtigen Bestandteil ihres Lernprozesses. Ihre Arbeit veranschaulichte sehr schön, dass wissenschaftliche Erkenntnisgewinnung stets ein Zusammenspiel aus Ausprobieren, Scheitern, Analysieren und Weiterentwickeln ist – ein Gedanke, der den Kern von Jugend forscht besonders gut widerspiegelt.
Frija ließ sich von einem Thema aus dem Mathematik-Leistungskurs inspirieren. Im Rahmen der Integralrechnung lernte sie das sogenannte Gabriels-Horn kennen – einen rotierenden Funktionsgraphen mit einer faszinierenden mathematischen Eigenschaft: Das entstehende Volumen war endlich (konkret entsprach es der Kreiszahl π), während die Oberfläche unendlich groß war. Anschaulich bedeutete das, dass man dieses Horn theoretisch mit einer endlichen Menge Farbe hätte füllen können, es aber unmöglich gewesen wäre, seine Außenseite vollständig anzumalen. Diese scheinbar paradoxe Eigenschaft weckte ihr Interesse, sodass sie das Thema vertiefte und mathematisch weiter untersuchte. Zur Unterstützung holte sie sich Melina ins Team, die bereits zum dritten Mal an Jugend forscht teilnahm und entsprechend viel Erfahrung mitbrachte. Gemeinsam verbanden sie mathematische Theorie mit anschaulicher Darstellung und zeigten, wie spannend abstrakte Mathematik sein kann.
Wissenschaftliches Arbeiten auf hohem Niveau

Preisverleihung „Chemie“
Alle sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmer investierten viel Zeit und Engagement in ihre Projekte. Neben den praktischen Experimenten mussten sie auch eine umfangreiche wissenschaftliche Arbeit mit mindestens zwölf Seiten verfassen. Dabei setzten sie sich mit Themen auseinander, die teilweise über den regulären Unterrichtsstoff hinausgingen.
Lehrer Benjamin Kill zeigte sich begeistert: „Ich bin sehr stolz auf meine Schülerinnen und Schüler. Sie haben mit großem Engagement geforscht und hervorragende Ergebnisse erzielt. Die Jury hat unseren Schülerinnen und Schüler positives Feedback sowie die Motivation, an bestehenden Projekten oder neuen Ideen zu forschen, mitgegeben. Besser kann es in den Naturwissenschaften nicht laufen.“
Lehrer Matthias Schreyer fügte hinzu: „Besonders beeindruckend finde ich, dass es nicht nur von der Jury positive Rückmeldungen gab, sondern auch von den vielen Besuchern des Ausstellungstags. Das zeigt, dass die SchülerInnen mit ihrem Interesse und ihrer Begeisterung auch andere Menschen anstecken können, die vielleicht vorher noch nie über das Thema nachgedacht haben.“
„Die Erfolge bei Jugend forscht 2026 erfüllen uns als Schulgemeinschaft mit großem Stolz“, betont Schulleiter Clemens Boppré. „Unsere Schülerinnen und Schüler zeigen mit ihren Projekten eindrucksvoll, wie viel Neugier, Kreativität und wissenschaftliches Denken in ihnen steckt. Diese Leistungen stehen zugleich exemplarisch für das ausgeprägte MINT-Profil des Rudolph-Brandes-Gymnasiums mit seinen vielfältigen und reichhaltigen Aktivitäten in diesem Bereich. Dass wir als Schule Vollmitglied im MINT-EC-Netzwerk sind, ist Auszeichnung und Ansporn zugleich – und solche Erfolge machen sichtbar, wie lebendig und leistungsstark MINT-Förderung an unserer Schule gelebt wird.“
Dank an unsere Unterstützer
Die erfolgreiche Teilnahme an „Jugend forscht“ wurde durch großzügige Unterstützung ermöglicht. Dank einer Spende des Lions Club Bad Salzuflen konnten spezielle Sensoren für die Projekte angeschafft werden. Zusätzlich unterstützte der Förderverein des Rudolph-Brandes-Gymnasiums die Schülerinnen und Schüler bei der Beschaffung der notwendigen Materialien. Ohne diese Unterstützung wären einige der Untersuchungen in dieser Form nicht möglich gewesen.
Stimmen zum Wettbewerb
Die Schülerinnen und Schüler sind stolz auf ihre Leistungen und blicken mit Freude auf die spannende Zeit zurück. Pia fasste zusammen: „Der Tag war wie immer voll von überaus interessanten Menschen, mit denen wir in den Austausch treten konnten, es war horizonterweiternd. Ich freue mich auf das nächste Mal!“ Den persönlichen Kontakt lobte auch Benjamin: „Es wurden sehr viele unterschiedliche Projekte vorgestellt. Man konnte sehr gut Inspirationen für seine eigenen Projekte sammeln! Ich habe viele neue Leute kennengelernt, die auch die gleichen Interessen haben wie ich!“
Mit diesen positiven Eindrücken freuen sich die jungen Forscherinnen und Forscher bereits auf die nächste Wettbewerbsrunde sowie neue spannende Projekte!

Das RBG-Team, v.l.n.r.: Tristan Ulrich, Matthias Schreyer, Kara Mia Ullrich, Tunahan Kazel, Benjamin Becker, Pia Strachau, Melina Oberhoff, Frija Albers, Benjamin Kill
