Tierschutzprojekt im Philosophieunterricht am RBG 2026

Joel Kliewer und Alexander Brune fragen: Empfinden Fische Schmerzen?
Ein gutes Leben für Rinder, Schweine, Hühner und andere Tiere – was bedeutet das eigentlich? Damit Tiere artgerecht gehalten werden können, muss der Mensch zunächst verstehen, wie sie ihrer Natur entsprechend leben, was sie brauchen und wodurch sie leiden. Aus diesem Grund besuchte die Tierärztin und Tierschützerin Astrid Reinke aus Rietberg am 08. Juni 2026 einen Philosophiekurs des 6. Jahrgangs am Rudolph-Brandes-Gymnasium. Ermöglicht wurde das Tierschutzprojekt durch die Unterstützung des Fördervereins der Schule.

Jasna Nizam Hassan erarbeitet mit ihrer Gruppe die Frage, ob Tiere und Menschen dieselben Bedürfnisse haben
Zu Beginn vermittelte Reinke den Schülerinnen und Schülern grundlegende Kenntnisse über die Bedürfnisse von Familien- und Nutztieren sowie über einen art- und tiergerechten Umgang mit ihnen. In einem anschaulichen Vortrag zeigte sie unter anderem Videos und Fotos zur Haltung von Schweinen, Rindern und vor allem Hühnern und verdeutlichte die Auswirkungen verschiedener Haltungsformen auf das Wohl der Tiere. Darüber hinaus berichtete sie von ihrer Arbeit auf dem eigenen Tierschutzhof und gewährte Einblicke in ihren Alltag als Tierschützerin.
„Tiere haben ähnliche Grundbedürfnisse wie wir: Sie möchten ihre Familie schützen, Freundschaften pflegen, Freude erleben und sich frei sowie selbstbestimmt bewegen. Im Alltag vergessen wir das häufig. Wenn wir Tiere fair behandeln wollen, müssen wir anerkennen, dass sie Gefühle haben und ein gutes Leben führen möchten. Tatsächlich leiden viele Tiere unter schlechten Haltungsbedingungen“, erklärte Reinke. Mithilfe eines weiteren Videos verdeutlichte sie am Beispiel von Hühnern zudem, dass Tiere individuelle Persönlichkeiten besitzen, neugierig sind, Bewegungsdrang haben und ihren Alltag kreativ gestalten, wenn ihnen entsprechende Möglichkeiten geboten werden.

Lisa Linger, Hilal Koz, Pela Ali, Mina Akcay und Ecrin Akova überlegen, ob eine artgerechte Tierhaltung in Zoos möglich ist.
Im Anschluss setzten die Schülerinnen und Schüler das Gelernte in Gruppenarbeiten praktisch um und vertieften ihre Erkenntnisse. Einige Gruppen entwarfen artgerechte Gehege für Hühner und Kaninchen. Hierbei erlernten die Schüler und Schülerinnen u.a. Wichtiges über eine artgerechte Ernährung und die Berücksichtigung der jeweiligen Bedürfnisse dieser Tiere. Eine weitere Gruppe beschäftigte sich mit den Gefühlen und Bedürfnissen von Tieren und Menschen und diskutierte, welche Gemeinsamkeiten bestehen und welche Konsequenzen sich daraus ergeben. Eine andere Gruppe ging der Frage nach, ob auch Fische Schmerzen empfinden können. Die letzte Gruppe befasste sich mit der Frage nach einer artgerechten Tierhaltung von Tieren in Zoos.
Nach einer gelungenen Präsentation der Ergebnisse verabschiedete sich Frau Reinke mit Impressionen von glücklichen und artgerecht gehaltenen Tieren von ihrem Tierschutzhof.
